22.06.2013

Ehrenamt bei "wellcome": Wertvolle Zeit, die man Kindern schenkt

RAVENSBURG – Das ehrenamtliche Engagement von „wellcome“, getragen von der Stiftung Liebenau in Kooperation mit der Stiftung St. Anna Leutkirch, wird von der Bäckerei Hamma gewürdigt. Sie hat zum Frühstück ins Café Babiole eingeladen.

Das Gespräch am Tisch im ersten Stock des Cafés in Ravensburg dreht sich um Säuglinge, Betreuungszeiten und Spaziergänge. Kinderfotos machen die Runde. Mütter sind sie alle, sie tauschen sich aus, geben sich gegenseitig Rat, aber hier geht es nicht um ihre eigenen Kinder. Die fünf Frauen engagieren sich ehrenamtlich bei „Öffnet internen Link im aktuellen Fensterwellcome“, einem bundesweiten Hilfsangebot für Familien nach der Geburt.

„Manchmal fehlt einfach ein familiäres Netzwerk"

„Jeder kann sich an uns wenden, dafür gibt es keine Kriterien“, erklärt Öffnet internen Link im aktuellen FensterBernadette Neidlein-Babic, die Sozialpädagogin und „wellcome“-Koordinatorin für die Region Schussental. „Manchmal fehlt einfach ein familiäres Netzwerk, das den jungen Müttern helfen kann. Damit aus der Freude über das Kind kein Stress wird, gibt es die ehrenamtlichen wellcome-Engel.“ Die Koordinatorin führt ein Erstgespräch und achtet darauf, welche Familie zu welchem Ehrenamtlichen passt. Auch unterstützt sie bei fachlichen Fragen, organisiert Fortbildungen und steht den Ehrenamtlichen als Ansprechpartnerin zur Verfügung. „Die Nachfrage im Schussental wird stetig größer und ein paar Ehrenamtliche könnten wir noch gut gebrauchen“, so Neidlein-Babic.

Motivation für Ehrenamt ist verschieden

Regina Capelli besucht einmal pro Woche zwei bis drei Stunden lang ihre Einsatzfamilie. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass es nach der Geburt anstrengend sein kann. „Ich selbst habe lange Zeit gebraucht, um wieder auf die Beine zu kommen“, erinnert sie sich. Heute kann sie das, was ihr damals gefehlt hat, anderen Müttern schenken. Ganz anders ist es für Sabine Schattmaier: „Ich liebe Kinder im Babyalter und hatte mit der Geburt meiner Tochter so großes Glück, dass ich aus Dankbarkeit darüber nun ein Stück zurück geben möchte.“

Das Angebot ist ganz individuell

In den ersten Monaten nach der Geburt greift das Angebot, eine Art moderne Nachbarschaftshilfe, und kann je nach Situation und Familie verlängert werden. Seit fünf Jahren engagiert sich Ute Täsch und hat in dieser Zeit schon vier Familien begleitet. „Manchmal gehe ich mit den Kindern spazieren, bin gelegentlich für die Geschwisterkinder da, male oder lese vor, je nachdem, welche Unterstützung die Familie braucht“, erzählt sie. „So können die Eltern mal einen Kaffee trinken gehen, Organisatorisches erledigen oder einfach nur mal in Ruhe Duschen oder Schlafen.“

Neue Ehrenamtliche sind immer willkommen

Der Einsatz in den Familien endet spätestens mit dem ersten Geburtstag des Kindes, aber in manchen Fällen bleibt ein freundschaftlicher Kontakt bestehen. Jeder „wellcome“-Engel hat diesbezüglich seinen eigenen Weg. So sieht Gertrud Krüger sich nie als Teil der Familie. „Ich schenke ein wenig Zeit, und ziehe mich nach dem Einsatz aber auch wieder zurück.“ Froh ist sie über die Anbindung an „wellcome“, weil sie so bei ihrer Tätigkeit versichert ist und auch Fahrtkosten erhält, der Rest ist reines Ehrenamt. „Mir reicht, dass ich den Kindern etwas geben kann, und von den Familien kommt oft so viel Dankbarkeit zurück“, strahlt Gertrud Krüger.

 

Interesse an ehrenamtlichen Mitarbeit?

Nehmen Sie Kontakt auf:

Bernadette Neidlein-Babic
„wellcome“-Koordinatorin für die Region Schussental

Tel.: 0751 1807150

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailravensburg(at)wellcome-online.de
Öffnet internen Link im aktuellen Fensterwww.netzwerkfamilie.de/wellcome.html

Die „wellcome“-Engel kommen dann, wenn das Baby da ist und in der Familie plötzlich alles anders ist. (Von rechts nach links) Gertrud Krüger, Bernadette Neidlein-Babic („wellcome“-Koordinatorin), Renate Fiderer, Ute Täsch, Regina Capelli und Sabine Schattmaier.

Die „wellcome“-Engel kommen dann, wenn das Baby da ist und in der Familie plötzlich alles anders ist. (Von rechts nach links) Gertrud Krüger, Bernadette Neidlein-Babic („wellcome“-Koordinatorin), Renate Fiderer, Ute Täsch, Regina Capelli und Sabine Schattmaier.